Einzelhaltung Archachatinas

Haltung, Pflege, Ernährung, Winterschlaf...
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Stefanie.BS
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Einzelhaltung Archachatinas

Beitrag von Stefanie.BS »

Mir drängt sich immer mal wieder die Frage auf, ob eine Einzelhaltung bei Achatschnecken, speziell bei Archachatinas wirklich nicht artgerecht ist....
Man liest es überall, aber worauf stützt sich diese Aussage? Ich meine, bei z.B. den fulica sehe ich es auch so, daß sie scheinbar die Gesellschaft mögen. Aber bei meinen Sutus sehe ich das eigentlich nicht. Zur Paarung, ok. (Wobei ich auch da überlege, ob es den Schnecken schadet, wenn nicht immer im Terra-Radius ein Schnex-Partner zu finden ist. In der Natur ist ja bestimmt auch nicht immer einer in so komfortabler Nähe...) Aber ansonsten suchen sie sich nicht gegenseitig. Sie schlafen weit verteilt und kommen zweckgerichtet nur zum Fressen zusammen. Wenn eine morgens schon einen Schlafplatz gefunden hat und dann eine andere ihr zu nah auf die Pelle rückt, kriecht die erste ein Stück weiter um es sich dort bequem zu machen. Sie scheinen sich also sogar aus dem Weg zu gehen, zumindest die Adulten.
Habt Ihr vielleicht ähnliche Beobachtungen gemacht? Oder gibt es Erfahrungsberiche über einzeln gehaltene Archis?
Ich überlege zwar nicht ernsthaft, meine Tiere einzeln zu halten, dann hätte ich auch arge Platzprobleme. Aber ich zweifle halt daran, ob die stehende Aussage, daß alle Schnecken gesellig sind, wirklich generell zutrifft.

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Stephie
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Re: Einzelhaltung Archachatinas

Beitrag von Stephie »

Bevor ich losschreibe, möchte ich erstmal sagen: Ich besitze keine Archachtinas, kann also auf keine Beobachtungen zurückkgreifen. Normalerweise ist es ja so, dass sie in Populationen leben. Die einzelnen Tiere sind natürlich viel weiter vestreut als in unseren Terrarien. Allerdings können sie sich durch Geruch aufspüren, sobald sie Gesellschaft zum schnexeln suchen. Ob Schnecken deswegen nun 'gesellig' sind... Häufig wird ja gesagt, dass besonders fulicas es 'enger' mögen. Das kann ich nicht bestätigen, meine fulicas treffen sich auch nur zum fressen oder zum schnexeln. Neulich hab ich einen Artikel dazu gelesen, da ging es um die Ansammlungen von A. fulicas und es stellte sich heraus, das sowas (vermutlich) von drei Faktoren abhängt: von dem Alter der Tiere, ihrer genetischen Beziehung und der Tageszeit. A. fulicas aus einem Gelege sammeln sich häufiger als welche aus verschiedenen Gelegen und Erwachsene häufiger als Jungtiere. Das hat auch seinen Sinn, denn Erwachsene wollen sich ja paaren. Dann hängts noch davon ab, in welcher Phase sie sind, also quasi in der männlichen oder weiblichen Phase. Bei A. fulica suchen jüngere Erwachsene eher ältere Erwachsene zum kopulieren auf. Wenn das bei Archachatinas ähnlich sind, könnte das nicht-ansammeln bei deinen Schnecks auch damit zusammenhängen. Wie alt sind deine denn?
Außerdem wird häufig vermutet, dass das ansammeln vor Feuchtigkeitsverlust schützen soll. Wenn es feucht genug ist machen die das vielleicht einfach nicht.
Nichtsdesto trotz, bin ich genauso wie du gegen Einzelhaltung. Denn eine Schnecke kann nicht viel außer fressen, schlafen und sich fortpflanzen. Wenn dann 1/3 schon wegfällt, bleibt doch nicht mehr viel übrig. Und ich denke schon, dass die Schnecken 'wissen' dass noch Artgenossen in unmittelbarer Nähe sind, sie nehmen ja deren Geruch war. Fehlender Geruch von Artgenossen setzt das Tier bestimmt auch unter Stress. Vielleicht mindert das auch die Lebenserwartung.

Birka

Re: Einzelhaltung Archachatinas

Beitrag von Birka »

Meine Schnecken (A. fulica, C. excellens, ehemals auch Arch. marginata und diverse einheimische Arten) verhalten sich alle nicht besonders interaktiv zueinander. Man trifft sich am Futter, man übertagt zusammen an feuchten und dunklen Plätzen (wahrscheinlich weil Schnecken artübergreifend solche Plätze lieben, nicht weil sie gerne Gesellschaft beim Schlafen hätten), man kriecht auch mal übereinander. Aber es "beschnüffeln" sich nur adulte Schnecken, so dass ich den Verdacht habe, dass sich dieses Verhalten in die Partnersuche eingliedert.

Ich würde sie aber trotzdem nicht einzeln halten, weil ich wie Stephie der Meinung bin, dass die Partnersuche und die Fortpflanzung einen so wichtigen Teil ihres Lebens einnehmen, dass man sie ihnen nicht vorenthalten sollte. Auch wenn es für uns als Pfleger natürlich schöner wäre, wenn wir nicht regelmäßig Eier suchen und notfalls Jungtiere töten müssten.
Auch gehe ich lieber auf Nummer sicher, denn ich weiß nicht, wie eine Schnecke denkt und fühlt. Vielleicht würde sie bewusst oder unbewusst etwas vermissen, müsste sie ihr Leben allein verbringen.

Meine Schnecken leben daher in lockeren Gruppen und lieber mit mehr Platz als weniger. Meine Becken sind selten Artbecken.

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Stefanie.BS
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Re: Einzelhaltung Archachatinas

Beitrag von Stefanie.BS »

Wie so oft im Leben scheint die goldene Mitte genau richtig zu sein.
Partner ja, aber mit genügend Platz zum Aus-dem-Weg-Gehen. :grinz:

Lindenbaerchen
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Re: Einzelhaltung Archachatinas

Beitrag von Lindenbaerchen »

Öh...meine beiden Ovums schlafen immer aneinander"gekuschelt". Bislang keine Paarungen, keine Gelege.

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Stefanie.BS
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Re: Einzelhaltung Archachatinas

Beitrag von Stefanie.BS »

Vielleicht eine rein platonische Liebe... :in_love:

happy
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Re: Einzelhaltung Archachatinas

Beitrag von happy »

Schnecken brauchen einen Partner. Da ist nicht dran zu rütteln! Habe selbst die Erfahrung mehrmals gemacht, daß eine Einzelschnecke, warum auch immer, unansehlicher, dünner, farbverändert und passiver wurde, die in Einzelhaltung stand. Als ein Partner hinzukam, blühte sie förmlich auf, wurde wieder dicker eil sie wieder futterte, unternahm mehr usw.
Das habe ich beobachtet aus Unwissenheit bei meiner ersten Weinbergschnecke und bei einem Achatina schneckchen, der der Partner verstarb und ich dann aber doch einen neuen Partner besorgen mußte.
ist ja auch viel interessanter zu beobachten, wenn mehrere Schnecks da sind, oder...?

Flyingdragon
Schneckenei
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Re: Einzelhaltung Archachatinas

Beitrag von Flyingdragon »

Das kann ich nur bestätigen!
Meine fulicas und reticulatas hängen auch zum Schlafen immer nebeneinander - Haus an Haus!
Deshalb bin ich der Meinung, Einzelschnecken sind "unzufrieden" - kenne das nämlich auch von fulicas, die ich aufgrund eines Gehäuseschadens in Quarantäne halten musste. Erst nachdem sie sich erholt hatte und wieder zu den Anderen durfte, fühlte sie sich wieder wohl und schneckte munter herum!
viele Grüße

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