(Achat-) Schnecken vom Wienerwald

Das Forum für Schneckenhalter und Züchter aller Arten
Guest Announcements

Hallo lieber Gast

Schön, das Du unsere Seite besuchst. Möchtest Du an unserem Forenleben teilnehmen und dich hier einbringen? Als registrierter Benutzer genießt du zahlreiche Vorteile: Du kannst Beiträge schreiben, Fragen stellen, Nachrichten an andere Mitglieder schicken, Angebote einsehen, etc....durch eine Registrierung werden auch weitere Forenbereiche einsehbar.

Bild

Also, zögere nicht lange und registriere dich....wir freuen uns dich kennenzulernen.


Aktuelle Zeit: 23. Sep 2018, 17:53

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 1 Beitrag ] 
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Nudelschnecke (Eobania vermiculata)
BeitragVerfasst: 18. Okt 2010, 14:45 
Offline
Administrator
Benutzeravatar

Registriert: 17. Okt 2010, 18:58
Beiträge: 2205
Wohnort: bei Stuttgart
Bild

Eobania vermiculata
(Divertikelschnecke oder Nudelschnecke)

Die Nudelschnecke wird der Familie der Schnirkelschnecken (Helicidae) zugeordnet, bei der sie in der Unterfamilie der Helicinae die Gattung Eobania bildet.

Sie ist im gesamten Mittelmeerraum verbreitet. In den Südosten von Australien wurde sie eingeschleppt, dort wird sie chocolate-band snail genannt. In Frankreich (wo sie "mourguette" bzw. "mourguette de Provence" heißt), Italien und Griechenland wird sie als Nahrungsmittel geschätzt.

Das kugelige Gehäuse, das im Durchmesser ca. 2 cm - 2,5 cm, manchmal 3 cm misst, besteht aus 5 bis 6 Umwindungen. Die Grundfarbe ist cremeweiß, darauf ist ein Muster aus ca. 4 bis 5 unterschiedlich breiten braunen Bändern, die teilweise ineinander übergehen (oft beim zweiten Band vom Apex aus). Die Bänder können durch der Zeichnung folgende helle Punkte oder feine quer verlaufende, helle Zickzackmuster unterbrochen sein. Die charakteristische Zeichnung beginnt in der dritten Umwindung, die vorhergehenden Umgänge sind braun und weiß meliert. Der Mundsaum verdeckt den Nabel völlig, manchmal ist er schildartig nach außen umgeschlagen.

Bild

Ober- und Unterseite der Eobania vermiculata

Bild

Ein Tier mit relativ dunkel gemustertem Gehäuse und eines mit sehr heller Zeichnung

Bild

Der Weichkörper variiert von cremefarben über hellgrau bis dunkelgrau, Fuß und Schwanzteil sind heller als Kopf und Fühler.


Haltung

Unterbringung

Bei Zimmertemperatur fühlen die Tiere sich wohl. Es sollte jeden zweiten Tag gefüttert und etwas gesprüht werden. Für ca. 5 Tiere ist ein Behälter (Terrarium, Faunabox, etc.) mit den Maßen 30x20x20 ausreichend, mehr Platz geht bei ausgewachsenen Tieren selbstverständlich auch. Als Abdeckung eignet sich ein passender Plastikdeckel mit kleinen Lüftungsschlitzen ebenso wie ein mit luftdurchlässigem Stoff bespannter Holzrahmen. Für Aquarien bestimmter Größe werden außerdem Gitternetzabdeckungen angeboten.

Jungtiere sollten zunächst separat gehalten werden, um nicht übersehen zu werden und nicht große Entfernungen bis zur Nahrungsquelle zurücklegen zu müssen. Bei sehr kleinen Jungtieren empfiehlt es sich zudem, eventuelle Lüftungsschlitze mit dünnem Stoff oder Papier zu verschließen.

Das Terrarium kann mit Pflanzen (ungiftige wie z. B. Tradescantie oder "Golliwoog") eingerichtet werden. Viele Farnarten und die Grünlilie haben giftige Inhaltsstoffe, die unter Umständen für die kleinen Tiere schädlich oder sogar tödlich sein könnten. Auch wenn die Tiere die o. g. Pflanzen gerne annagen, gehen die Pflanzen davon i. d. R. nicht kaputt.

Es sollte auf harte oder spitze Gegenstände verzichtet werden, um Gehäuseschäden vorzubeugen.

Als Bodengrund können Humusbricks verwendet werden, der Bodengrund sollte allerdings zusätzlich aufgekalkt werden. Dazu eignet sich im Baumarkt erhältlicher Rasenkalk.
Möchte man sich die Eiersuche etwas einfacher machen, haben die Tiere kein Problem damit, wenn der Bodengrund aus Rindenmulch besteht (möglichst für Reptilien geeigneter Rindenmulch aus dem Terraristik-Fachhandel). Als Eiablageplatz müssen trotz allem ausreichend große Erdschalen im Becken sein. Diese sollten so tief sein, dass das größte Tier sich bequem darin vergraben kann. Auch bepflanzte Blumentöpfe werden gern zur Eiablage genutzt.

Die Fütterung ist unkompliziert, sehr gerne gefressen werden Grünpflanzen (Artischocken, auch ganze Schuppenblätter, Basilikum, Blattspinat, Salat, Löwenzahn, Petersilie, Schafgarbe, Spitzwegerich), Gemüse (Aubergine, Blumenkohl, Broccoli, Fenchel, Gurke, Karotte, gekochte Kartoffel, Kürbis, Mairübchen, Paprika, Petersilienwurzel, Rosenkohl, Schwarzwurzel, Sellerie, Spargel, Steckrübe, Zucchini), Hülsenfrüchte (Johannisbrot, Kichererbsenflocken, beides aufgeweicht, gekochte Linsen, Prinzessbohnen (frisch)), Getreide und Getreideprodukte(aufgeweichte Maisflocken, ohne Salz gekochter Bulgur, Nudeln, Polenta, Reis), gekochte Pilze (Champignon, Herbsttrompete, Steinpilz) sowie vollreife Früchte (Äpfel, Bananen, Birnen, Brombeeren, Cherimoya, Erdbeeren, Feige, Kaktusfeige, Kokosnussflocken, getrocknet und aufgeweicht, Litschi, Mango, gekochte Maroni, Nektarine, Netzmelone, Trauben, Papaya, Pepino, Pfirsich, Pitahaya, Sharon, Zwetschge). Auch proteinreiche Nahrung wie gekochte Eier und Fischtrockenfutter (ggf. aufgeweicht) sollte verfüttert werden. Fleisch (beispielsweise in Form von rohem Hackfleisch oder getrockneten Mehlwürmern) ist ebenfalls eine sehr willkommene Ergänzung des Speiseplans.

Was gefressen wird, hängt von den individuellen Vorlieben der Tiere ab. Zu beobachten ist allerdings eine Vorliebe für weiche Nahrungsmittel.

Eine Sepiaschale sollte für ausreichende Kalkzufuhr immer vorhanden sein. Gerne wird auch Kalkbrei gefressen.

Bild

Außerdem sollte ihnen eine Wasserschale zur Verfügung stehen, die sie gerne als Badegelegenheit nutzen.

Wenn sie sich bedroht fühlen, schwenken sie das Gehäuse hin und her.

Ruhephase
Sie sollten mindestens einmal im Jahr eine Ruhephase bekommen (Winterruhe bzw. Trockenruhe), Kälte bis 12°C können sie problemlos überstehen. Die Tiere werden inaktiv, sobald der Boden nicht mehr feucht ist und kein Futter mehr zur Verfügung steht (für den "Fall des Falles stehen bei mir immer eine Tradescantie und ein Golliwoog im Terrarium, wird beides gerne angeknabbert). Sie können problemlos bis zu drei Monate in der Ruhephase bleiben, bei mir bekommen sie diese zweimal pro Jahr (im Hochsommer ein bis zwei Monate und im Winter zwei bis drei). Die Ruhephase wirkt sich positiv auf die Lebensdauer der Tiere aus, wann sie stattfindet, ist prinzipiell nicht ausschlaggebend. Nachdem das Terrarium wieder gut besprüht ist, der Wasserbehälter gefüllt ist und Futter gegeben wird, erwachen sie wieder.

Bild

Fortpflanzung

Sie können bereits vor Vollendung des ersten Lebensjahres geschlechtsreif werden, zu diesem Zeitpunkt müssen sie noch nicht ausgewachsen sein.

Die Paarung findet in den meisten Fällen nach der Trockenruhe statt (in der Natur anfang Herbst nach den ersten Regenfällen).

Paarung

Bild

Liebespfeile (E. vermiculata auf dem oberen der drei Bilder rechts, links auf dem Bild zum Vergleich Liebespfeile von C. nemoralis):

Bild

Bild

Bild

Etwa 20 Tage später werden die weißen, ca. 3 x 4 mm großen Eier abgelegt. Das Gelege kann ca. 40-140 Eier umfassen, manchmal werden auch verschiedene kleinere "Eierpaeckchen" abgelegt.

Bild

Eine knappe Woche später beginnen die Jungtiere zu schlüpfen. Die Gehäuse sind flacher als die von gleichaltrigen Cepaea.
Hier entsteht in der nächsten Zeit eine kleine Fotodokumentation über die Entwicklung der Jungtiere.

Bild

Lebenserwartung

Nudelschnecken können ein Alter von über 7 Jahren erreichen.


Eobania vermiculata (aus Kreta)

Bild

Eobania vermiculata (vom Peloponnes)

Bild


Morphen

Glatte und rillige Gehäuseoberfläche

"Rilliges" Gehäuse

- kugeliges Gehäuse, flache Exemplare mit rauer Gehäusestruktur entwickeln sich schlechter
-"Noppige" Oberfläche, nur leicht spürbar
- Gehäuse wirkt insgesamt etwas stabiler
- meist stärker verdickte Mündungslippe als beim glatten Gehäuse
- Gehäuseschäden können fast "wie neu" regeneriert werden
- eher großwüchsig
- Gehäuse bzw. Anbau von Jungtieren mit weißer Netz- oder Fleckenzeichnung, das sind später die Noppen, die Grundfarbe ist vor dem Aushärten (Anlagerung der weißen Ostrakumschicht von innen) orangebraun, "ökopapierfarben" (durchscheinend)
- Bänderung manchmal von feinem, quer verlaufender heller "Zickzacklinie" unterbrochen

Bild

"Glattes" Gehäuse

- nur hier gute Entwicklung von flachem Gehäuse, aber auch kugeliges Gehäuse möglich
- glatte Oberfläche
- Gehäuse wirkt insgesamt filigraner
- keine Mündungslippe, eher Mundsaum
- Gehäuseschäden bleiben meist sichtbar (helle, nahtartige Linie zwischen altem Gehäuse und "Anbau")
- meist etwas kleiner als rillige Morphe
- Zeichnung wird erst beim Aushärten sichtbar, erst wenn das Ostrakum durchscheint heben sich die Bänder schön von der Grundfarbe ab. Davor ist das Gehäuse hellbraun, die Bänderzeichnung ist nur wenig dunkler als der Rest, manchmal mit feinen Linien kurz nach dem Protoconch
- oft der Bänderung folgende helle Punkte (weniger pigmentierte Stelle in der dunklen Zeichnung, durch die das Ostrakum schimmert)

Bild

Jungtiere

20 Tage alt: links rillig (gleiches Tier wie erwachsenes Tier oben), mitte glatt, rechts rillig
Bild

Die beiden Tiere aus dem Bild oben (Alter: 20 Tage, Tiere von links und mittig) noch mal im Alter von sieben Wochen (links rillig, rechts glatt)

Bild

Diese Tiere stammen aus dem selben Gelege:

Bild

Weitere Beispiele für die verschiedenen Morphen dieser Art

(Kairo, Ägypten)

Bild

(Samos, Griechenland)

Bild Bild Bild

(Peloponnes, Griechenland)

Bild

Bild

_________________
LG Nathalie

Bild


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 1 Beitrag ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Gehe zu:  
Powered by phpBB © 2000, 2002, 2005, 2007 phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de